Revue Le Guillon Nr. 59 – December 2021

Le Guillon

Titelbild von Régis Colombo

Gerettete Weinlese und Wiedersehensfreude beim Guillon

Frost, Regen, Hagel, Falscher Mehltau und Schwärme von unersättlichen Staren… Kaum ein Übel blieb den Waadtländer Winzerinnen und Winzern dieses Jahr erspart! Bei den Quantitäten macht sich das schmerzlich spürbar: Im Durchschnitt wurden 15 Prozent weniger Wein produziert als im vergangenen Jahr. 

Anders bei der Qualität: Der milde, sonnige Herbst mit genau so viel Bise wie nötig hat die Weinlese vor der Katastrophe bewahrt, die von unverbesserlichen Pessimisten heraufbeschworen wurde. Die Weine des Jahrgangs 2021 werden also rar, aber wirklich gut sein! Und zweifellos mit denen von 2019 vergleichbar.

Zahlreiche Weinprofis haben sich in den Weinbergen abgerackert, andere (oft waren es dieselben) haben sich auf abenteuerliche Wege voller Fallstricke begeben, um die Crus aus unserer Ecke des Landes zu fördern. Davon zeugen zwei Initiativen, die wir Ihnen in dieser Revue vorstellen: die Operation Escargot Rouge und das Projekt Yvorne Grandeur Nature.

Im einen wie im anderen Fall ist es das lobenswerte Ziel, sich an den aktuellen Geschmack der Konsumenten anzupassen, um Marktanteile zurückzuerobern, die an Weine verloren gingen, welche weit jenseits der Kantonsgrenzen produziert werden. Der Kampf droht hart zu werden, doch eine Rückeroberung ist durchaus möglich.

Die Confrérie du Guillon ihrerseits, die 2020 auf den direkten Kontakt zu ihrem treuen Publikum verzichten musste, konnte endlich wieder dort anknüpfen, wo sie aufgehört hatte: bei den Quatre heures du Vigneron in Chexbres und bei den Herbst-Ressats auf Schloss Chillon. Bis auf den letzten Platz ausverkauft, mit grossem Enthusiasmus und vielen Emotionen versehen, waren diese Momente des ersehnten Wiedersehens von Erfolg gekrönt!

Pascal Besnard, Verantwortlicher Redakteur

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