Revue Le Guillon Nr. 58 – Mai 2021

Le Guillon

Titelbild von Régis Colombo

Annus horribilis?

Die lateinische Beschreibung des Jahres 1992 durch Königin Elisabeth II. wurde im Netz rasch und gerne verwendet, um das Jahr 2020 zu bewerten und damit auch gleich die ersten Monate im 2021.

Die Formel ist nicht überstrapaziert. Es erübrigt sich, hier die einschränkenden Massnahmen aufzulisten, die der Bevölkerung, den Geschäften, dem Gastgewerbe, der Kultur, der Unterhaltungsbranche… kurz: der ganzen Gesellschaft durch die Pandemie auferlegt wurden.

Die Zeitschrift, die Sie in den Händen halten, spricht Corona nur sehr diskret an. Sie zieht es vor, die Scheinwerfer auf das Talent der Winzer und den Umgang mit der Waadtländer Scholle zu richten. Da sind etwa die einfallsreichen Produzenten, die zwar ihrer Berufung treu bleiben, aber ihr Angebot erweitern, etwa indem sie Wermut oder Cidre-ähnliche Getränke anbieten, die mit einheimischen Trauben hergestellt werden. Oder die Eigentümer und Winzer, die weinbauliche Aktivitäten und Denkmalschutz – nach dem Vorbild von Clos, Domaines & Châteaux – unter einen Hut bringen.

Und um definitiv zu widerlegen, dass das Jahr 2020 nicht einfach nur horribilis war, führen wir uns die Analyse von Jean-Claude Vaucher zu Gemüt, des Gouverneurs der Confrérie du Guillon. Die Weine mit Jahrgang 2020 sind grosse Klasse. Die Chasselas könnten qualitativ sehr wohl ihre bereits legendären Vorfahren der Jahre 2017, 2018 und 2019 übertreffen.

Pascal Besnard, Verantwortlicher Redakteur

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